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Verein der Natur- und Heimatfreunde Laage und Umgebung e.V.

Friedrich Cammin

Friedrich Cammin

Friedrich Johann Christian Martin Cammin wurde am 9. September 1860 in Groß Lantow geboren. Er war das einzige Kind des Hauswirts Joachim Cammin und seiner Frau Wilhelmine, geborene Cammin. Friedrich Cammin entstammte einer alteingesessenen mecklenburgischen Bauernfamilie, die seit über 350 Jahren eine Bauernstelle in Groß Lantow besaß.

Friedrich Cammin besuchte die Stadtschule in Laage und nahm darüber hinaus nach der Konfirmation noch Privatunterricht in der Stadt.. Anschließend lernte er praktisch die Landwirtschaft auf verschiedenen Gütern in Mecklenburg. Bis zu seinem 22. Lebensjahr war Friedrich Cammin Wirtschaftsbeamter in landwirtschaftlichen Betrieben.

Im Alter von 23 Jahren übernahm Cammin die väterliche Erbpachtstelle in Groß Lantow, die er 40 Jahre lang bewirtschaftete. Er hatte Erfolg und wurde 1920 Ortsvorsteher und Dorfschulze in seinem Heimatdorf. „Schult Cammin“ - unter diesem Namen wurde er bekannt. Die Bauernwirtschaft hatte eine Größe von 50 Hektar. 1921 musste er sie seinem Sohn übergeben, denn er schaffte gesundheitlich nicht mehr die Arbeit.

Quelle: Mecklenburg Magazin / ZVS

Die ersten literarischen Versuche Cammins fallen in das Jahr 1881. Er schrieb landwirtschaftliche Aufsätze und kleinere plattdeutsche Gedichte. Zahlreiche Veröffentlichungen in Tageszeitungen und Zeitschriften ließen in ihm den Gedanken wachsen, seine literarischen Arbeiten in Buchform herauszugeben. 1901 erschien im Verlag von Wilhelm Süsserott in Berlin sein Erstlingswerk „Irnsthaftige Rimels, spaßige Läuschen un Vertellers“ unter dem Titel „Nahschrapels“.

1902 folgten „Ut dei Bilad“ und der Band „Regen un Sünnenschien“, 1903 „In korten Tüg“, 1904 „Vadersarw“ und 1905 „Burrosen un Astern“ und „Tiedverdriew för lütte un grote Kinner“.

Friedrich Cammins Gesamtschaffen besteht zu einem großen Teil aus recht gut gelungenen Läuschen, Geschichten, Vertellers, Liedern und plattdeutschen Übertragungen hochdeutscher Gedichte von Adalbert Chamisso, Ludwig Uhland und anderen.

Er wagte sich auch an Schauspiele. Die Volksstücke mit Gesang in 2 Aufzügen „Min Herzog röppt“ (1902), „Ihrlich Lüd“ (1903) und „Soldatenpack“ (1904), die der Reihe nach eine Trilogie bilden, wurden oftmalig aufgeführt. Die in den Theaterstücken vorkommenden Lieder hat Friedrich Cammin meistens selber vertont.

Für den Plattdeutschen Landesverband stellte er ein „Verteiknis von plattdütsche Theaterstücke“ zusammen, auch heute noch eine wertvolle Arbeit.

Bis auf sein Buch „Nahschrapels“ sind alle seine Werke im Selbstverlag in Groß Lantow herausgekommen.

Kurz nach seinem 64. Geburtstag verstarb Friedrich Cammin am 26. September 1924 an einer Lungenkrankheit. Er wurde auf dem Alten Friedhof in Laage zur letzten Ruhe gebettet.

© Text und Fotos :Manfred Walter

 

Grabstelle Friedrich Cammin